Letzte Dinge
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Julia Kospach: Letzte Dinge: Ilse Aichinger und Friederike Mayröcker Zwei Gespräche über den Tod. Mit Assemblagen von Daniel Spoerri Mandelbaum Verlag, 2008 ISBN 978-3854762805 € 19,90 |
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Beide sind sie berühmte Dichterinnen, beide leben und arbeiten sie in Wien. Beide waren sie zum Zeitpunkt des Interviews bereits mehr als 80 Jahre alt. Doch was ihre Einstellung zu Leben und Tod angeht, könnten sie verschiedener nicht sein.
Die Eine hasst das Leben, hält nach eigenen Worten ihre Existenz für völlig unnötig und wünscht sich nichts mehr, als endlich tot zu sein. Und zwar endgültig. Auferstehung? Ein Leben nach dem Tod wäre für sie genauso eine Zumutung, wie dasjenige davor.
Die Andere dagegen hasst ebenso abgrundtief den Tod. Ginge es nach ihr, könnte, ja müsste das Leben mindestens 200 Jahre währen, oder lieber gleich solange, wie der jeweilige Mensch es sich wünscht. So ist es nur logisch, dass sie hofft, es möge die Auferstehung geben – jedenfalls, falls es ihr dann weiterhin möglich wäre, kreativ zu arbeiten.
Die Rede ist von Ilse Aichinger, 1921 in Wien geboren, sowie Friederike Mayröcker, 1924 ebenfalls in Wien geboren und beide noch dort lebend, die von der Journalistin Julia Kospach zum Thema “Letzte Dinge” interviewt wurden. Aus den Gesprächen entstand dann, ergänzt durch Assemblagen des Künstlers Daniel Spoerri, dieses Büchlein.
Vielleicht halten Sie aufgrund meiner obigen kurzen Zusammenfassungen die Aussagen der beiden Interviewten für vermessen. Bei der Lektüre der Texte werden Sie jedoch bald erkennen, dass sich beide Dichterinnen viele und gründliche Gedanken zum Thema gemacht haben.
Und über das Lesen und Mitdenken regen sie uns dazu an, dasselbe auch einmal (wieder) zu tun. Sterben – Tod – Auferstehung. Was denken wir selbst darüber, was für Erwartungen haben wir? Sind wir vorbereitet? Kann man sich überhaupt vorbereiten? Kein leichtes, dafür aber ein lebenswichtiges Thema.

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