Archiv vom März 2006

Die Welt der namenlosen Dinge

Daniela Rossi:
Die Welt der namenlosen Dinge
Antje Kunstmann Verlag, 2006
ISBN 3-88897-407-0
€ 14,90

Viele Bücher wurden schon geschrieben über außergewöhnliche Menschen, die durch ihr Stehvermögen berühmt geworden sind. Sei es, daß sie in schweren Zeiten oder sogar trotz Verfolgung zu ihrem Glauben standen, sei es, daß sie gegen alle Vernunft bei ihren Überzeugungen blieben. Eindrucksvoll - aber irgendwie ziemlich weit weg!

Doch gibt es nicht auch Menschen wie uns, wie Sie und mich, die in ïhrem “ganz normalen” Leben konsequent zu etwas stehen und dafür Anerkennung verdienen? Vielleicht kennen Sie ja so jemanden persönlich - in Büchern kommen diese Menschen allerdings eher selten vor!

Deshalb möchte ich Ihnen hier keine Biografie eines dieser beeindruckenden moralischen Giganten vorstellen, sondern die Geschichte einer Mutter und ihres taub geborenen Sohnes, die gerade in diesen Tagen erschienen ist.

Lesen Sie, wie diese engagierte und streitbare Frau sich gegen die sogenannten Experten durchsetzt, wie sie Wege sucht, ihrem Sohn ein “normales Leben” zu ermöglichen. Anfeindungen, Einsamkeit, auch eine Ehekrise sind der Preis, den sie in Kauf nimmt. Aber sie läßt sich trotz aller Zweifel nicht davon abbringen, im Interesse ihres Kindes diesen Weg zu gehen.

Ob der gewählte Weg richtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen - die Haltung dieser Mutter aber finde ich in jedem Fall bewundernswert!

Kodiak, der kleine Bär

Jacqueline Delaunay:
Kodiak, der kleine Bär
Moritz Verlag, 2005
ISBN 3-89565-167-2
€ 13,80

Ein wirklich herausragendes Buch, das ist gar keine Frage! Die naturalistischen Zeichnungen, die die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung in Alaska zeigen, sind einfach phantastisch!

Trotzdem tue ich mich ein bißchen schwer mit meiner Empfehlung. Denn dies ist, anders als Titel und Titelbild vermuten lassen könnten, nicht einfach nur eine nette Geschichte über einen süßen kleinen Bären. Dies ist eine Geschichte über das Leben von Tieren in freier Wildbahn. Und Jacqueline Delaunay beschreibt das Leben der Kodiakbären wie es wirklich ist: Wunderschön und spannend, aber eben auch bedrohlich und manchmal grausam.

Aber zum Glück gibt es ja uns vorlesende Mütter (und Väter) die ihren Kindern erklären, warum der “kleine” Bär von seiner Mutter verjagt wird, sobald er alt genug ist, für sich selbst zu sorgen. Und sie festhalten, wenn sie traurig sind, daß nur einer der beiden Jungbären überlebt.

(empfohlen ab 5 Jahre)