Ein Gartenzimmer für mich allein

Sabine Reber, Ursel Borstell:
Ein Gartenzimmer für mich allein
Callwey Verlag, 2006
ISBN 3-7667-1658-1
€ 26,-

Der Titel, dieses Zitat nach Virginia Woolf, hat mich dazu bewogen, das Buch in die Hand zu nehmen, und der Griff hat sich gelohnt - auch wenn es durchaus Dinge gibt, die mich ärgern: Ungenauigkeiten, wie einen Diptam, der mal nach Orangen und - auf der selben Seite - dann wieder nach Zitronen duftet; ein unvollständiger Index (eben jener Diptam kommt z.B. nur mit seinem lateinischen [Dictamnus albus] und seinem volkstümlichen [Brennender Busch] Namen vor, nicht aber als Diptam) und auch, daß das Zitat erst im letzten Kapitel und nur ganz nebenbei erwähnt wird.

Puh, das hätte ich hinter mir: das Negative wäre aufgezählt, nun kann ich beruhigt zu den schönen Seiten des Buches kommen!

Denn es ist, trotz aller Kritik, ein wirklich schönes und sehr ideenreiches Gartenbuch! Unterteilt in Kapitel über Gartenzimmer für jede Jahreszeit, für Genießer und für Floristen, für die Liebe, für die Familie, zum Feiern und schließlich “nur für mich allein”, stellt Sabine Reber die verschiedensten Möglichkeiten vor, wie man seinen Garten als zusätzliches “Zimmer unter freiem Himmel” gestalten kann. Und die Fotografin Ursel Borstell hat das alles wieder einmal (s.u.) so wunderschön fotografiert, daß ihre Aufnahmen allein Grund genug für den Kauf des Buches sind.

Aber auch die Vielfalt, die uns präsentiert wird, ist ganz erstaunlich und anregend. Nur ein Beispiel: im Kapitel über Duftpflanzen werden einmal nicht nur die angenehm duftenden vorgestellt, sondern auch solche, die wie Aas, wie eine Ziege oder gar wie ein nasser Hund riechen! Und endlich ist mal eine Autorin so ehrlich zuzugeben, daß die Pflege z.B. eines Staudengartens durchaus mehrere Stunden Arbeit am Tag (!!) mit sich bringen kann!

« älterneuer »

Keine Anmerkungen

Schreiben Sie eine Anmerkung