Frauen, die schreiben, leben gefährlich

Stefan Bollmann:
Frauen, die schreiben, leben gefährlich
Elisabeth Sandmann Verlag, 2006
ISBN 3-938045-08-6
€ 19,95

Viele, sehr viele schreibende Frauen sind im Laufe der Jahrhunderte verzweifelt, haben sich das Leben genommen oder jedenfalls mit diesem Gedanken gespielt. Warum ist das so?

Elke Heidenreich schreibt in ihrem sehr lesenswerten Vorwort zu diesem Buch:

“Frauen regeln den Alltag von Männern, damit diese schreiben […] können. Wer regelt eigentlich den Alltag von Frauen?”

und

“… es sind immer noch meistens die Frauen, die den Alltag bewältigen, die Kinder großziehen, den Haushalt führen, und sie wollen natürlich als Frau auch noch gefallen und geliebt werden, und gleichzeitig wollen sie leidenschaftlich brennen für ihr Werk, intensiv leben für ihre Arbeit, und dass dieser ganze Wahnsinn nicht auszuhalten ist, dass diese zermürbenden Widersprüche zur Katastrophe führen müssen, das merken sie, wenn sie alt, einsam, verlassen, krank, drogensüchtig, Alkoholikerin, verrückt, weggesperrt […] sind oder kurz vorm Selbstmord stehen.”

Beispiele dafür findet Stefan Bollmann reichlich! In seiner Einführung zeichnet er die Entwicklung der schriftstellerischen Mõglichkeiten von Frauen im Laufe der Zeit nach. Es folgen sieben Kapitel, in denen er uns, beginnend mit Hildegard von Bingen, Schriftstellerinnen vorstellt, die als beispielhaft für die jeweilige Epoche gelten können. Ein kurzer Einblick in ihr Leben und Werk, jeweils illustriert mit einem Porträt und vielfach auch mit der Abbildung einer Manuskriptseite oder eines Buchcovers, macht neugierig, sich einmal näher mit dem Werk der Vorgestellten zu beschäftigen.

Schade nur, daß diesem interessanten und so schön gestalteten Buch ein Index fehlt!

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