Eigentlich sollte dieses Buch von einer (Kunst-) Pädagogin vorgestellt werden, die gleichzeitig auch über ihre Erfahrungen mit dem hier beschriebenen Malatelier berichten könnte. Oder, noch besser: das Buch würde zur Pflichtlektüre an allen Kindertagesstätten und Schulen erklärt und man müßte es gar nicht mehr vorstellen, weil es jeder, der beruflich mit Kindern und Kunst zu tun hat, schon kennt und Malateliers überall zur Verfügung stehen!
Ich jedenfalls hätte meinen Kindern eine Kita oder eine Schule gewünscht, an der es ein Malatelier gibt - es muß toll sein, unter solchen Bedingungen malen zu dürfen! Da es aber so etwas leider nur an wenigen Schulen gibt, bleibt interessierten Eltern nur die Möglichkeit, ihren Kindern ähnliche Bedingungen im kleinen Rahmen zu Hause zu schaffen.
Worum es eigentlich geht? Es geht darum, “In Kindern Malfreude [zu] wecken”, wie es im Untertitel heißt. Und das geschieht mit Hilfe eines sogenannten Malateliers. Das Wesentliche daran ist es, keinerlei inhaltliche Vorgaben zu machen und sich jedes Kommentars zu enthalten. Weder Lob noch Kritik darf geãußert werden, damit die Kinder wirklich ganz unbeeinflußt und frei genau das malen, was sie aus sich heraus malen mõchten. Damit die Künstler sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren kõnnen, auch das ist ganz wichtig, steht eine Betreuungsperson bereit und kümmert sich ausschließlich darum, für optimale Arbeitsbedingungen zu sorgen (z.B. Farbtöpfe nachfüllen oder Pinsel säubern).
Die Theorie dahinter können Sie im Buch von Elisabeth Walder und Beatrice Zschokke nachlesen, die 30 Jahre Erfahrung mit Malateliers haben. Und einen sehr guten Eindruck davon, was sich dort entwickeln kann, vermittelt die beiliegende DVD: nachdem ich die angeschaut hatte, hätte ich am liebsten gleich selbst ein Atelier eingerichtet - und angefangen zu malen…