Archiv der Kategorie 'Sachbuch'


Leder


Josephine Barbe:
Leder
Geschichte, Techniken, Projekte
Haupt Verlag, 2007
ISBN 978-3-258-07072-8
€ 39,90

Ein faszinierendes Material, seine Geschichte und Techniken zu seiner Verarbeitung stellt uns die Textilkünstlerin Josephine Barbe in diesem Buch vor. So viele Möglichkeiten, was man mit etwas Geschick und einer Nähmaschine aus Leder alles machen kann: Kleidungsstücke, klar. Taschen, Beutel, Buchhüllen. Aber auch verschiedenste Wohnaccessoires wie Körbe, Schachteln, Kissen - und natürlich Schmuck.

Nach einem einführenden Kapitel über Leder, macht uns Barbe mit den grundlegenden Techniken und benötigten Werkzeugen vertraut, dann folgen vier Kapitel, in denen sie die Fertigung all der oben genannten Dinge (jeweils gekennzeichnet nach Schwierigkeitsgrad) Schritt für Schritt erklärt. Dank der vielen Zeichnungen und Fotos vom Entstehungsprozess, dürfte die Umsetzung für Menschen mit Näh-Erfahrung gut machbar sein.

Schon dieses sehr schöne Buch anzuschauen, macht jedenfalls auch Nähmuffeln wie mir großen Spaß!

Papierwerkstatt


Ursula Müller-Hiestand:
Papierwerkstatt
Mit Papier experimentieren, spielen und gestalten
AT Verlag, 2. Auflage 2003
ISBN 978-3-85502-614-2
€ 21,90

Schon, dass man aus Papier so schöne Bücher wie dieses herstellen kann, ist doch etwas ganz Wunderbares! Und was sonst noch alles aus Papier ist - für so viele Dinge benutzen wir es täglich, ohne weiter darüber nachzudenken.

Aber auch das ist ja noch lange nicht alles! Einiges, was spielerisch und gestalterisch aus diesem herrlichen Material entsteht, zeigt uns Ursula Müller-Hiestand in ihrem Buch. In 19 Kapiteln vom "Knittern" und "Wickeln" über "Schneiden" und "Reissen" bis hin zum "Giessen" zeigt sie uns jeweils mehrere Vorschläge, alle mit Hilfe von vielen Fotos sehr schön erklärt.

So können wir gleich loslegen und zum Beispiel einen Untersetzer aus Zeitungspapier rollen, besonders schöne Glückwunschkarten selber machen oder vielleicht ein Kissenobjekt aus Papier nähen?

Designing Interactions


Bill Moggridge:

The MIT Press, 2006
ISBN 978-0-262-13474-3
€ ca 30,-

Eine Fundgrube mit Lesestoff für Wochen (rund 760 Seiten) bietet dieses Buch jedem, der sich für moderne Technik interessiert! Die Entwickler der Benutzeroberflächen von zum Beispiel Computer-Maus, iPod, Handy oder “Google” werden vorgestellt und erzählen von ihrer Arbeit.

Auf der Webseite zum Buch können Sie sich sogar ein (jede Woche anderes) Kapitel herunterladen oder die Interviews anschauen. Schauen Sie doch einfach mal rein!

Die Natur Europas


Miloš Andĕra:
Die Natur Europas
Bildenzyklopädie
Könemann Verlag, 2006
ISBN 3-8331-2359-1
€ 9,95

Dieses Buch erinnert mich an alte Zeiten: damals gab es für Schüler die “berühmten” Berlin-Fahrten mit einem Ausflug in den Osten der Stadt - sehr aufregend! Und dort kauften alle an Büchern Interessierte so viel ein, wie erlaubt war: die naturwissenschaftlichen Fachbücher, die man hier bekam, hatten einen hervorragenden Ruf.

Inzwischen gibt es die Mauer lange nicht mehr, aber Bücher aus Osteuropa sind bei uns immer noch eine Seltenheit - wie schön, dass dieses den Weg hierher gefunden hat! Es soll, wie der Autor im Vorwort schreibt, “kein allumfassendes Lehrbuch der Ökologie sein, sondern einen Einblick in die Vielgestaltigkeit und Einzigartigkeit der Natur ermöglichen […]. Anstelle einer genauen Aufzählung der Pflanzen- und Tierarten soll ein komplexes Bild einzelner Standorte […] vermittelt werden.”

Und das tut es auf sehr schöne Art! In den einzelnen Kapiteln werden die am jeweiligen Standort lebenden Tiere und Pflanzen mit Fotos und wunderschönen Zeichnungen vorgestellt. Jede Seite ist, auf optisch sehr ansprechende Weise, randvoll mit Wissenswertem. Haben Sie zum Beispiel eine Vorstellung davon, wie der Buntspecht seine Zunge bewegt? Oder wie das Nest einer Zwergmaus aussieht? Stundenlang könnte ich in diesem Buch blättern… (Ehrlich gesagt habe ich das auch gerade getan!)

Ex Libris


Anne Fadiman:
Ex Libris
Bekenntnisse einer Bibliomanin
SchirmerGraf Verlag, 2005
ISBN 3-86555-023-1
€ 18,80

Ein Leben - mein Leben - ohne Bücher kann ich mir kaum vorstellen! Und damit meine ich VIELE Bücher. In allen Zimmer, überall, wo nur ein bißchen Platz ist: Bücher. Nein, ich kann es mir wirklich nicht anders vorstellen - und doch kommen ab und zu Zweifel hoch: ist das noch normal?

Da kommt mir Anne Fadimans kleines Buch gerade recht: es gibt tatsächlich Menschen, die noch verrückter sind, was Bücher angeht! Mit großem Vergnügen habe ich die Ansichten dieser Bibliomanin über das Lesen, das Leben mit Büchern und den Umgang mit ihnen verschlungen - und mir ab und zu ganz erleichtert gedacht: SO schlimm bin ich ja eigentlich gar nicht!

brand eins

brand eins:
Schwerpunkt: Luxus/Minimum
brand eins Verlag GmbH & Co. oHG, 2006

€ 7,60

Kein Buch diesmal, aber dennoch viel zu lesen…

Diese Zeitschrift begeistert mich so, dass ich sie einfach hier vorstellen muss! “Wirtschaftsmagazin” steht noch ganz klein unter dem Titel und zweifellos ist es ein solches. Es geht um Firmen, es geht um Marken und Marketing, aber zum Beispiel auch um “Soziale Innovation” (inzwischen Folge 12 einer Serie).

Und schauen Sie sich nur einmal die letzten Schwerpunktthemen an: “Erfolg”, “Vorurteile” und, gerade erschienen, “Luxus/Minimum”. Themen also, die nicht nur einige wenige, besonders an Wirtschaft Interessierte, sondern einen jeden von uns betreffen - man könnte es ebenso gut auch “Gesellschaftsmagazin” nennen!

Übrigens: wenn Sie sich einen Eindruck verschaffen möchten, müssen Sie das Heft nicht einmal kaufen: alle “alten” Hefte sind komplett(!!) als PDF-Datei im Archiv von brand eins Online zugänglich - und ausgewählte Artikel aus dem aktuellen Heft ebenso!

Extrembasteln


Antje von Stemm:
Extrembasteln
mit Krims Kramuri
Gerstenberg Verlag, 2006
ISBN 3-8067-5054-8
€ 14,90

Ich gebe es zu: auf den ersten Blick hat mir das Buch nicht besonders gefallen. Zu bunt, zu viel Durcheinander, zu modern (bin ich schon so alt?). Aber ich will ja nicht unfair sein. Also schauen wir doch mal genauer hin!

Die Rahmengeschichte? Habe ich nicht gelesen (mein Sohn findet sie nett) - aber sie dient ja auch nur zur “Verpackung” des eigentlichen Inhaltes, nämlich der Basteleien. Und damit kann das Buch wirklich glänzen!

Die “Extrembasteleien” (z.B. eine Spionagekamera, Hundekekse oder Wut-Abreagier-Kegel) haben meine Kinder begeistert, sie sind sehr gut beschrieben und realisierbar. Grundlagen, “Basisbasteln” genannt, werden in eigenen Abschnitten genau erklärt (Nähen, Heißkleben, Stempelschnitzen…), so dass auch ungeübte Kinder sich daranmachen können, zum Beispiel eine “kindgroße” Puppe oder eine Seilbahn zu “basteln”.

hell erleuchtet


Claudia Huboi, Sarah Marcon:
hell erleuchtet
22 Leuchten und Lichtobjekte
Haupt Verlag, 2006
ISBN 978-3-258-07086-5
€ 23,50

Können Sie sich vorstellen, dass man aus Paketschnur und einem Luftballon einen Lampenschirm machen kann? Oder aus einer hölzernen Weinkiste? Ich konnte es mir nicht recht vorstellen - aber es geht. Und nicht nur das, es werden sogar richtig schöne Lampen daraus!

Die Autorinnen beschreiben 22 Leuchten und Lichtobjekte aus verschiedenen Materialien (außer den schon genannten kommen noch Papier, Kunststoff, Textilien und Metall zum Einsatz). Alles ist so gut erklärt und fotografiert, dass man sofort an die Arbeit gehen möchte! Fehlte nicht im Arbeitszimmer schon lange eine schicke Leuchte?

Zeit des Wartens


Helmut Hirler:
Zeit des Wartens
Edition Panorama, 2006
ISBN 3-89823-300-6
€ 14,80

Einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir mit Warten: Warten auf den Weihnachtsmann oder auf die Ferien schon in der Kindheit. Warten an der Kasse im Supermarkt, an der Ampel, beim Arzt oder vor anderen Terminen. Manchmal vielleicht warten auf den ersehnten Schlaf.

Und für einige Menschen kommt gegen Ende ihres Lebens eine Zeit des Wartens, in der sie fast nichts anderes mehr tun als zu warten - ohne eigentlich zu wissen worauf.

Der Fotograf Helmut Hirler hat einen Menschen in dieser Zeit begleitet, einen ganz besonderen Menschen: Seine Großmutter, bei der er aufgewachsen ist. Drei Jahre lang hat er sie mit der Kamera begleitet, hat ihr Leben im Altenheim beobachtet und dokumentiert, ganz aus der Nähe, aber ohne ihr je zu nahe zu treten.

Es ist ein sehr ergreifendes kleines Buch daraus geworden. Wir erleben die alte Dame, 91 Jahre alt war sie bei ihrem Tod, anfangs noch sehr lebenslustig, später dann zunehmend in die Demenz versinkend; am Ende steht der blumengeschmückte Sarg.
Memento mori, bedenke, dass [auch] Du sterben musst!

Tief im Hirn


Helmut Dubiel:
Tief im Hirn
Antje Kunstmann Verlag, 2006
ISBN 3-88897-451-8
€ 14,90

Lange schon liegt dieses Buch bei mir und wartet darauf, vorgestellt zu werden. Denn vorgestellt werden soll es, schließlich ist es wirklich ein interessant geschriebenes, gutes Buch. Aber wem soll ich es zur Lektüre empfehlen?

Was das Problem ist? Das Thema des Buches ist das Problem! Es geht nämlich um eine schwere, noch immer unheilbare Krankheit: Parkinson. Und wer möchte sich schon mit so etwas auseinander setzen? Wer (noch) nicht selbst, direkt oder indirekt, betroffen ist, wird sich wohl sagen: was geht es mich an?! Der Erkrankte aber und seine Umgebung hat vermutlich keine Lust, sich auch noch in einem Buch mit dieser allgegenwärtigen Last zu beschäftigen.

Trotzdem: es ist ein lesenswertes Buch, und es lohnt sich, es in die Hand zu nehmen! Der Autor, bereits im Alter von 46 Jahren erkrankt, beschreibt seinen persönlichen Weg mit Parkinson: Seine anfängliche Weigerung, die Symptome wahrzunehmen, seine zunehmende Akzeptanz und natürlich das Leben mit den Sonden “tief im Hirn”, die er sich als Therapie (sogenannte Tiefenhirnstimulation) hat implantieren lassen.

Wir Leser folgen ihm und ich habe viel dabei gewonnen: mehr Verständnis und Mitgefühl für Betroffene und mehr Dankbarkeit für meine eigene Gesundheit.

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